Hundeschlittenfahren in Schwedisch Lappland - © Staffan Widstrand/imagebank.sweden.se

Abenteuerurlaub in Schwedisch Lappland

Winterspaß in Kiruna

Lappland ist ein El Dorado für Urlauber, die im Winter Abenteuer in der eisigen Natur Schwedens suchen. Meterhohe Schneedecken weit über Zaunhöhe tauchen die bunten Holzhäuser in Kiruna von November bis März in Puderzucker. Wer seine Kinder in den Winterurlaub mitnimmt, muss auf Spielplätze im Prinzip verzichten. Diese gibt es in der extrem dünn besiedelten Bergbau-Stadt (knapp 20.000 Einwohner verteilen sich auf 16,53 km²) zwar mehrfach, doch lugen von Schaukeln und Rutschen nur die oberen Gerüstenden aus den Schneemassen hervor. Überhaupt wird der Kiruna-Besucher in einigen Jahren eine andere Stadt vorfinden als Menschen, die jetzt dorthin reisen. Denn um das unter Kiruna liegende Eisenerz weiter abzubauen, wird die Stadt, deren Gebäude bereits Risse aufweisen, in naher Zukunft komplett fünf Kilometer nach Osten verlegt. Den Auftakt macht das Rathaus.

Tierischer Spaß

Ob mit oder ohne Kinder – auf Abenteuerurlauber warten im verschneiten Lappland zahlreiche Erlebnisse: Eine Hundeschlittenfahrt gehört zum Pflichtprogramm. In der Regel kommen dabei keine reinen Huskys, sondern für die Zugtätigkeit gezüchtete Mischlinge zum Einsatz. Über den Auslauf freuen sich die Vierbeiner dann auch richtig, denn endlich kommen sie aus ihren Zwingern. Das setzt nicht nur die Beine ordentlich in Gang, sondern auch die Verdauung, sodass zumindest die erste Viertelstunde einer Hundeschlittenfahrt nichts für empfindliche Nasen ist. Also lieber im benachbarten Jukkasjärvi in die Kultur der Samen eintauchen? Mit dem Schneemobil geht’s zur Sami Siida Tour, wo Rentiere im Mittelpunkt stehen: Sie werden vor den Schlitten gespannt und natürlich darf man sie auch füttern.

Icehotel in Jukkasjärvi, SchwedenÜbernachten im Iglu und im IceHotel

Gleich zwei besondere Übernachtungsmöglichkeiten warten in der Nähe des europäischen Raketenstartplatzes ESRANGE. In Jukkasjärvi wird das IceHotel jedes Jahr neu aus "Snice" errichtet – einer Konsistenz zwischen Eis und Wasser, direkt aus dem Fluss Torne entnommen. Künstler aus aller Welt bewerben sich, um einen der individuellen Räume zu designen. Diese können ebenso wie die günstigeren Standard-Suites, die Eisbar und die Eiskirche, in der sogar Trauungen stattfinden, im Rahmen einer Führung besucht werden. Übernachtungsgästen stehen die Räumlichkeiten mit Vorhängen statt Türen nämlich nur nachts zur Verfügung. An Schlaf ist bei konstanten -7 Grad Celsius ohnehin kaum zu denken.

Doch es geht auch kälter: im eigenen Iglu. Der örtliche Tourenanbieter Kiruna Guidetur bietet ein Paket für eine Iglu-Übernachtung mitten in der Natur nahe der winzigen Siedlung Kurravaara an. Die Schneehaufen sind bereits da - aushöhlen und wohnlich mit Rentierfellen und Teelichtern einrichten, muss sie der Hobby-Abenteurer aber selbst. Mahlzeiten sind inklusive und werden im gemütlichen Holzhütten-Camp nebenan serviert. Wessen Extremitäten – besonders die Füße sind gefährdet – vor der eisigen Kälte im Iglu kapitulieren, der kann in eine warme Unterkunft ausweichen.

Michael Stauner

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