Taschengeld fördert Verantwortung - © Lev Dolgatsjov/Fotolia.com

Der Taschengeld-Ratgeber

Moneten-Segen

Über nichts wird in Familien heftiger, häufiger und oft auch unerbittlicher diskutiert als über das Taschengeld für den Nachwuchs. Für die Kinder ist das wöchentliche oder monatliche Salär in der Regel viel zu niedrig und Eltern machen nicht selten den Denkfehler, das Taschengeld als Belohnung für besonders gutes Verhalten zu sehen. Warum überhaupt Taschengeld? Wie viel ist sinnvoll? Welche Fehler kann man machen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Warum eigentlich Taschengeld?

Um es vorwegzunehmen: Ein Recht auf Taschengeld gibt es für Kinder nicht. Aber Eltern machen einen großen Fehler und vertun auch eine Erziehungschance, ihren Kindern dieses Geld zu verweigern – auch wenn der finanzielle Spielraum in der Familie gering ist. Denn der Nachwuchs lernt durch die regelmäßigen Einkünfte, mit Geld umzugehen und es sich bis zum nächsten Auszahlungstermin einzuteilen. Die Kinder erfahren, dass Süßigkeiten, Zeitschriften oder Spielzeug nicht vom Himmel fallen, sondern etwas kosten und sie müssen auch damit umgehen können, dass manche Wünsche nicht sofort oder nicht unbegrenzt finanzierbar sind. Außerdem werden sie dadurch unabhängiger vom Geldbeutel der Eltern, können selbst Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. In der Familie bietet das Thema Taschengeld zudem die Chance, über vernünftiges Haushalten und Wirtschaften, über den Wert von Geld in der Gesellschaft und soziale Fragen bis hin zu einem nachhaltigen Lebensstil zu sprechen.

Ab wann Taschengeld?

Etwa ab einem Alter von fünf Jahren empfehlen Experten, den Kindern einen kleinen Obolus zur freien Verfügung zu zahlen. Bis zum Alter von zehn Jahren können Kinder größere Zeiträume noch nicht überschauen. Deshalb sollte man bis dahin das Geld wöchentlich auszahlen. Ab zehn Jahren (4. Klasse) kann man dann auf eine monatliche Auszahlung wechseln. Wichtig: Das Taschengeld stets pünktlich, möglichst am selben Tag in gleich bleibender Höhe zahlen, damit das Kind nicht darum bitten muss. Auch wenn es finanzielle Engpässe in der Familienkasse gibt, sollte man nach Möglichkeit  die Zahlung nur im äußersten Notfall streichen oder kürzen. Die Gründe und Ursachen dafür sollte man mit seinem Kind ausführlich bereden.

Wie viel Taschengeld?

Die Kardinalsfrage beim Thema Taschengeld: Wie viel ist in Ordnung – für beide Seiten? Die Höhe sollte sowohl an das Alter des Kindes, als natürlich auch an die finanzielle Situation der Familien angepasst sein. Wer zu dieser Frage unsicher ist, kann sich auch mit Eltern von Schulkameraden oder Bekannten, die auch Kinder haben austauschen. Auch beim Jugendamt kann man Empfehlungen erfragen – die berücksichtigen meist auch besser die Finanzkraft der Region als bundesweite Statistiken und Taschengeld-Tabellen.
Als Faustregel kann man von folgenden Empfehlungen ausgehen:

Alter                    Höhe des Taschengeldes
5 Jahre                 0,50 Euro wöchentlich
6 bis 7 Jahre         1,50 bis 2 Euro wöchentlich
8 bis 9 Jahre         2 bis 2,50 Euro wöchentlich
10 bis 11 Jahre     13 bis 15 Euro monatlich
12 bis 13 Jahre     18 bis 20 Euro monatlich
14 bis 15 Jahre     23 bis 26 Euro monatlich
16 bis 17 Jahre     32 bis 42 Euro monatlich
18 Jahre               60 bis 70 Euro monatlich

Die häufigsten Fehler

Das Taschengeld  ist kein Erziehungsmittel: Weder sollte es als Strafmaßnahme (zum Beispiel für schlechte Noten, Zuspätkommen oder Unordnung im Zimmer) willkürlich  gekürzt werden, noch als Instrument der Belohnung genutzt werden. Ebenso unfair sind Kürzungen, wenn das Kind sich etwas hinzuverdient oder Geld von Großeltern und Verwandten geschenkt bekommt. Und schließlich  sollten Eltern sich zurückhalten, mit Sohn oder Tochter über Sinn und Unsinn bestimmter Ausgaben zu diskutieren. Das Taschengeld soll nicht für notwendige Käufe von Schulsachen, Bekleidung oder Fahrgeld genutzt werden müssen. Oberstes Prinzip: Das Kind darf selbständig entscheiden, für was es das Geld ausgibt.

Eva Schiwarth

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