Mädchen mit Sonnenbrille am Strand - © iStockphoto/shalamov

Expertentipps: Sonnenbrillen für Kinder

Mehr als ein Accessoire

Kinderaugen sind besonders lichtempfindlich: Unsichtbare UV-Strahlen können die Netzhaut und die Hornhaut schädigen. Umso wichtiger, dass Kinder gerade im Frühling und Sommer zum Schutz eine Sonnenbrille tragen – vor allem am Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und so direkt in die Augen scheinen kann. Besondere Vorsicht ist am Strand und am Wasser geboten, da hier die Sonnenstrahlen reflektiert werden. Das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) beantwortet die wichtigsten Fragen zum richtigen UV-Schutz für Kinder.

Kindersonnenbrillen: Tipps vom Experten

1. Warum müssen Kinderaugen besonders vor den UV-Strahlen der Sonne geschützt werden?
Kinder haben größere Pupillen und hellere Augenlinsen als Erwachsene. Dadurch gelangen mehr UV-Strahlen ins Augeninnere und können dort die Netzhaut bleibend schädigen.

2. Müssen Kinder schon bei den ersten Frühlingsstrahlen eine Sonnenbrille tragen?
Ja, unbedingt. Die UV-Strahlung der Sonne ist im April zwar nicht ganz so stark wie im Hochsommer, allerdings steht die Sonne im Frühjahr niedriger und strahlt stärker ins Gesicht.

3. Brauchen auch Babys eine Sonnenbrille?
Babys kommen normalerweise ohne Sonnenbrille aus, da ihre Eltern sie ohnehin nicht der direkten Sonne aussetzen sollten. Sie sind durch eine leichte Mütze mit Schirm oder das Dach des Kinderwagens ausreichend geschützt. Kleinkinder, die zum Beispiel am Strand spielen, sollten dagegen mit Sonnenbrille und Mütze oder Hut ausgestattet werden.

4. Wie dunkel sollten die Gläser einer Kindersonnenbrille getönt sein?

Getönte Brillengläser schützen die Kinderaugen vor Blendung durch die Sonne. Wie viel Licht abgehalten wird, lässt sich an der Blendschutzkategorie erkennen. Für unsere Gefilde sind mäßig dunkle Gläser der Kategorie 2 ausreichend. Geht es in den Urlaub in die Berge oder an den Strand, sollten Eltern dunklere Gläser der Blendschutzkategorie 3 wählen. Ist keine entsprechende Angabe auf der Brillenbügelinnenseite vorhanden, kann der Augenoptiker weiterhelfen. Wichtig: Der Grad der Tönung sagt nichts über den UV-Schutz aus!

5. Woran erkennen Eltern eine gute Sonnenbrille für ihr Kind?
Die Anforderungen an Kindersonnenbrillen sind hoch. Neben dem Schutz vor UV-Strahlen müssen sie bruchsicher sein und dürfen keine scharfkantigen Elemente enthalten. Das CE-Kennzeichen auf dem Bügel dokumentiert die Einhaltung der EU-Sicherheitsstandards. Die Qualität der Gläser, der Fassung und der Scharniere sowie den richtigen Sitz zu prüfen, ist für Eltern jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Daher ist Vorsicht beim Kauf in Discountern oder am Strand geboten. Sicherheit bietet der Kinderbrillenkauf im Fachgeschäft.

6. Gibt es auch Sonnenbrillen für fehlsichtige Kinder?

Ja, Kindersonnenbrillen können mit Gläsern in der Sehstärke des Kindes ausgestattet werden. Die Anpassung erfolgt beim Augenoptiker.

7. Brauchen Kinder, die Kontaktlinsen tragen, auch eine Sonnenbrille?
Ja. Auch wenn einige Kontaktlinsen über einen integrierten UV-Filter verfügen, reicht dieser nicht, um Kinderaugen ausreichend zu schützen, da Kontaktlinsen nie das ganze Auge bedecken. Eine Sonnenbrille ohne Stärke kann problemlos über den Kontaktlinsen getragen werden.

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